Kann ich Farbmanagement nutzen?

Die Anleitungen richten sich an fortgeschrittene Benutzer, zum Beispiel professionelle Designer, die eine möglichst präzise Farbwiedergabe benötigen. Die meisten Benutzer brauchen keine Kenntnisse über die professionellen Farbmanagement-Konzepte, um mit Blurb ein optisch ansprechendes Buch zu gestalten.

Weitere Informationen finden Sie im Farbmanagement-Ressourcen-Center.

Einführung in das Farbmanagement

Farbmanagement ist eine Technologie, die bei ordnungsgemäßem Einsatz bei digitalen Worflow-Prozessen die Farbtreue gewährleistet. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, müssen Sie die folgenden grundlegenden Prinzipien kennen.

RGB entspricht nicht CMYK

Heutzutage verwenden wir in digitalen Workflows eine Vielzahl von Bilderfassungsgeräten und ebenso viele Ausgabegeräte, die diese Daten drucken. Aufgrund mehrerer Faktoren kann eine digitale Datei nicht eins zu eins auf Papier gedruckt werden. Der größte Unterschied besteht darin, dass die digitalen Bildfarben Rot, Grün und Blau (RGB) sind, die Druckfarben jedoch Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Mithilfe des Farbmanagements werden diese Faktoren minimiert, um eine konsistente und möglichst genaue farbliche Übereinstimmung zu ermöglichen.

RGB-Varianten und -Farbskalen

Abbildung 1. RGB - Rot, Grün, Blau
Abbildung 1. RGB - Rot, Grün, Blau

Die meisten digitalen Bilder werden mit Digitalkameras und Scannern erfasst. Unabhängig von ihrer Quelle sind alle digitalen Bilder als RGB-Farbdateien vorhanden. Jedes Pixel in einem digitalen Bild setzt sich aus den Anteilen an rotem, grünen und blauen Licht zusammen, die seine Farbe ergeben. Dies bezeichnet man als additive Farbmischung. Die Gesamtmenge von RGB entspricht Weiß (siehe Abbildung 1).

RGB wird oft als definitive Farbanzahl betrachtet. In Wirklichkeit sind in der digitalen Welt jedoch viele Varianten von RGB verfügbar. Zwar verwenden alle RGB-Varianten dasselbe Nummerierungssystem (0 - 255), aber jede Variante verwendet die Nummern anders. Das heißt, dass gleiche Nummern für unterschiedliche Farben stehen können.

Die einzelnen RGB-Varianten sind als Farbräume bekannt, und die Farbpaletten, die sie enthalten, nennt sich Farbskala. sRGB und Adobe RGB sind zwei häufig verwendete Farbräume. sRGB ist gebräuchlicher und ist meist Standard bei digitalen Consumer- und Prosumer-Kameras. Adobe RGB wird in der professionellen Fotografie häufig verwendet und von Fotografen bevorzugt, die das Dateiformat RAW verwenden und ihre Bilder zu Adobe RGB-Dateien verarbeiten. Adobe RGB ist der größere der beiden Farbräume und verfügt über gesättigtere Farben. Abbildung 2 zeigt eine zweidimensionale Darstellung einer Farbskala. Je größer der Umfang, desto mehr Farben enthält der Farbraum.

Abbildung 2. RGB-Farbskalen
Abbildung 2. RGB-Farbskalen

Einen dritten RGB-Farbraum stellt der Bildschirm dar, mit dem Sie Ihre Bilder betrachten. Egal, ob Sie einen CRT- oder LCD-Bildschirm verwenden, die Pixel bestehen aus RGB-Elementen. Manche Monitore verfügen über ein viel breiteres Farbspektrum als andere. Zur richtigen Beurteilung digitaler Bilder benötigen Sie einen zuverlässigen, richtig kalibrierten Bildschirm mit breitem Farbspektrum. (Weitere Informationen zur Bildschirmkalibrierung finden Sie unter X-Rite oder Datacolor.) Viele Bildschirme zeigen sRGB gut an, aber nur wenige geben den gesamten Farbraum von Adobe RGB wieder.

Die Farbskalenprojektion in Abbildung 2 zeigt eine typische RGB-Farbskala eines Bildschirms im Vergleich zu den größeren sRGB- und Adobe RGB-Farbskalen.

CMYK-Varianten und -Farbskalen

Abbildung 3. CMYK
Abbildung 3. CMYK

Die meisten Ausgabegeräte sind Drucker, die CMYK-Farben mischen. Die Gesamtkombination von CMYK ergibt Schwarz. CMYK verwendet also im Gegensatz zu RGB die subtraktive Farbmischung. Beim Druck wird der subtraktive Farbraum genutzt. Die Farben, die wir sehen, sind reflektiertes Licht, nicht direktes Licht wie bei digitalen Bildern auf einem Bildschirm. Genau wie bei RGB gibt es auch bei CMYK eine Vielzahl an Farbräumen und Farbskalen, die sich auf die Farbfunktionalität bestimmter Drucker beziehen (siehe Abbildung 3).

RGB in CMYK konvertieren

Abbild 4. RGB- und CMYK-Farbräume im Vergleich
Abbild 4. RGB- und CMYK-Farbräume im Vergleich

Wenn ein digitales Bild gedruckt wird, werden die RGB-Anteile für den Drucker in CMYK-Anteile konvertiert. Diese Umwandlung erzeugt unerwartete Farbänderungen, wenn sie nicht kontrolliert und berechnet durchgeführt wird. Wenn Sie RGB- und CMYK-Farbskalen übereinanderlegen (siehe Abbildung 4), sehen Sie, dass die Farben in RGB keine genauen Entsprechungen in CMYK haben. Das bedeutet, dass wir auf dem Bildschirm oft Farben sehen, die auf dem ausgedruckten Papier nicht perfekt wiedergegeben werden können. Farbmanagement ist ein Prozess, der die CMYK-Farbe auswählt, die einer bestimmten RGB-Farbe am ehesten entspricht.

Was ist ein Farbprofil?

Durch diese Unterschiede zwischen Farbräumen und Geräten erscheinen die Farben eines Bildes natürlich jedes Mal unterschiedlich. Ein Farbprofil beschreibt, wie die Farben aussehen werden, wenn sie z. B. auf einem bestimmten Computer-Bildschirm angezeigt werden oder mit einem bestimmten Tintenstrahldrucker oder einer HP Indigo-Druckmaschine ausgedruckt werden. Das Farbprofil verfügt über eine Nachschlagtabelle, die verwendet wird, wenn die Daten eingegeben werden, die eine bestimmte Farbe auf Ihrem Bildschirm beschreiben, und konvertiert diese Farben in entsprechenden Farben für ein digitales Druckgerät.

Das Blurb-ICC-Profil basiert auf der bei kommerziellem hochwertigen Druck eingesetzten GRACoL2009-Referenz. Alle Druckgeräte in unserem Drucknetzwerk entsprechen diesem Standard, damit wir beim Drucken nach Bedarf möglichst konsistente Ergebnisse erzielen. Wenn Sie dieses Farbprofil nutzen, können Sie Soft-Proofs Ihrer Bilder in RGB anzeigen, um zu sehen, wie sie gedruckt aussehen werden, oder Sie verwenden das Profil, um Ihre Bilder in den CMYK-Farbraum des Druckers zu konvertieren, um die Konvertierung durch die Druckmaschine zu vermeiden. Auf diese Weise können Sie besser kontrollieren, wie die Bilder im Druck aussehen werden.